Interview mit einer Besucherin des Romanistan Festivals in Barcelona

Interview mit einer Besucherin des Romanistan Festival in Barcelona

Das diesjährige Romanistan Festival, das in Barselona stattfand, war eine erstklassige Gelegenheit, den zahlreichen Besuchern, das Leben und vor allem das kulturelle Schaffen der Roma aus der ganzen Welt zu präsentieren.
Es gibt wohl keine Kultur, die so Länderübergreifend ist, wie die der Roma. Das Romafestival in Barcelona liefert gleichzeitig den besten Beweis dafür:

Das bunte Treiben auf den Straßen mit sich perfekt im orientalischen Rhythmus windenden Tänzerinnen wurde von einer breiten Palette von Klängen und Melodien begleitet, die einmalig ist. Heiße kubanische Rhythmen gepaart mit orientalisch anmutenden Melodien vom hügeligen Balkan, perfekte Instrumentalisten und Sänger sorgten durchgehend für eine ausgelassene Stimmung.

Hierzu wurde eine Besucherin des Romanistan Festivals vom Herrn Nenad Marinković befragt. Die gebürtige Ukrainerin, die seit Jahren in Berlin lebt, nennt als Hauptmotiv für den Besuch des Festivals die Anziehung, die von dieser Kultur ausgeht, dabei insbesondere die Musik der Roma .Sie sei nicht zum ersten Mal in Barcelona, denn schon vor 12 Jahren sei sie von Gaudi so verzaubert gewesen, dass sie dieses Kunstwerk mit eigenen Augen habe sehen müssen. Die Eindrücke habe sie aus zeitlichen Gründen noch nicht verarbeiten können, aber eins stehe schon zu dem Zeitpunkt. Für sie seien die prägnantesten Impressionen nicht nur die Begeisterung der Besucher für die Kultur der Roma sondern auch eine Vielzahl von anwesenden Menschen mit Behinderung, was sie als tolle Leistung anpreist. In ihrer Umgebung würden zum Beispiel die Behinderten vor der Öffentlichkeit leider versteckt. Zweifellos sollte so ein Festival ihrer Meinung nach zur Tradition werden. Sie habe als Kind eine Freundin aus den Reihen der Roma gehabt und da das damals ungewöhnlich gewesen sei, habe man sich in der Öffentlichkeit immer versteckten müssen. Die Eltern hätten solche Kontakte, laut ihrer Aussage, nie gebilligt. Ihre Freundin sei ausgewandet und seit 40 Jahren habe sie den Kontakt zu ihr verloren. Auf die Frage, ob die Roma weiterhin diskriminiert würden wie bisher, gibt sie sich optimistisch und findet, dass es vor allem mit Hilfe der Musik doch gelungen sei, Brücken zwischen den Roma und anderen Völkern zu schlagen.

 


Hinterlasse einen Kommentar