Interview mit Aleksandar Jovanovic

Romanistan: Interview mit Herrn Aleksandar Jovanovic

Maschineningenieur, Lehrer und Roma-Aktivist Aleksandar Jovanović ist zweifellos eine Schlüsselperson in der Wiener Romaszene. Nach langer Karriere im technisch-wirtschaftlichen Industriebereich ist er seit drei Jahren in Rente und hilft den Romakindern aktiv als Mathematiklehrer. Aleksandar ist kein gewöhnlicher Rentner: seine Leidenschaft ist nicht das Angeln oder Schachspielen im Park, sondern die Mathematik. Diese große Liebe zur Mathematik hat er bereits als Kind entdeckt, später begleitet die Mathematik ihn in seinem Berufsleben als Lehrer, der auch für seine eigenen Kinder aktiv war. Aleksandar ist der Meinung, dass die Kinder der Roma durchaus zu „normalen“ oder sogar überdurchschnittlichen Leistungen fähig sind, woran es jedoch fehlt, ist das mangelnde Verständnis für die Tradition und Denkweise der Roma. Diese sozialen Defizite können überbrückt werden, wie Aleksander selbst an seinem Arbeitsbeispiel zeigt. Eine moderne Herangehensweise ist nötig, eine Arbeitsweise, die es den in der Gesellschaft oft scheinbar Schwachen ermöglicht, die eigene Leistung herauszubilden. Seiner Meinung nach könnte dies auch mit Nachhilfeunterricht erreicht werden. Er konnte bereits mehrere Erfolge vorweisen, die nur möglich waren, indem er den Kindern die Mathematik auf spielerische Weise beigebracht hat. Einige dieser Kinder, die anfangs sehr schlecht in Mathematik waren, sind heute Informatik- oder Technikstudenten mit einer Vorliebe für  die Mathematik. Das alles haben sie „Onkel Aca“ zu verdanken, wie er von den Kindern und Bekannten genannt wird. „Onkel Acas“ größte Freude ist die Begegnung mit seinen ehemaligen Schülern, die sich bei ihm für den erfolgreichen Unterricht herzlich bedanken. Dann ist er sich sicher: „Auch ich habe in meinem Leben etwas geleistet!“ (Text A.Ibric)

 


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