Interview mit Stanko Marinković

Interview:Gitarrist Stanko Marinkovic aus dem Band "Moša Šišic & THE GIPSY EXPRESS"

In der Roma-Musikszene Österreichs ist Stanko Marinković ein sehr bekannter Gitarrist, der sich selbst als Roma und Serbe bezeichnet und der im Rahmen des Projekts interviewt wurde.
Insbesondere ab dem Jahre 1994 begann seine Erfolgsgeschichte in Österreich, als er in Anwesenheit des damaligen österreichischen Präsidenten spielt und kurz darauf in der Sendung des Entertainers Peter Rapp auftritt. Als Gitarrist der Band seines Onkels „Moša Šišić and The Gipsy Express“ erfährt seine musikalische Karriere einen Aufschwung. Immer wieder tritt er in gehobenen Kreisen der österreichischen Gesellschaft auf und ist beeindruckt von dieser „Szene“. Als Roma fühlt er sich besonders bevorzugt und ist mit seiner musikalischen Leistung sehr zufrieden und glücklich, es soweit geschafft zu haben. Wer hat es schon als Roma und Migrant geschafft, im österreichischen Fernsehen aufzutreten? Er ist davon überzeugt, dass nur die Kenntnis der Sprache und der österreichischen Mentalität eine erfolgreiche Integration der Roma und anderen MigrantInnen möglich machen. Es folgen ein Auftritt in ORF 1 bei „Stermann & Grissemann“ und zahlreiche Auftritte in der Romaszene, aber auch einer der Höhepunkte seiner Karriere: ein Auftritt im österreichischen Parlament. Stanko hält sich auch mit der Kritik an kleineren privaten Auftraggebern nicht zurück. Seiner Meinung nach ist die Szene hart geworden und die Musiker werden inzwischen sehr schlecht bezahlt. Er sieht die Zukunft der Musiker gefährdet. Im Gegensatz dazu lobt er die österreichischen Auftraggeber, die ihn selbst als „Künstler“ und nicht nur als Entertainer oder „Zigeuner-Musiker“ sehen. Neben seinem Leben als Musiker darf man Stankos „normales“ Leben als Migrant, Hilfsarbeiter und Ernährer einer Familie nicht vergessen. Diese Faktoren machten ihn zu einem Menschen, der viele Schwierigkeiten über die Jahre bewältigt hat. Er konzentriert sich auf die Zukunft und lebt nach dem Arbeitsmotto: „Nur die guten Musiker spielen leise.“ Das soll bedeuten, dass die Qualität der Arbeit letztlich siegen wird, auch wenn der Weg zu den Sternen dornig ist beziehungsweise in Stankos Fall dornig war: Er hat die „Sterne“ schon erreicht. Nach 30 Jahren Gitarrenspiel sagt Stanko: „Musik heilt!“ (Text: A.Ibric)

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